Erhöhte Harnsäurespiegel im Blut (Hyperurikämie) können zu einer sogenannten ‚Ausfällung‘, dem Übertreten von Harnsäurekristallen in eines oder mehrere Gelenke führen. Dies führt zu einem Gichtanfall mit starken Schmerzen, Schwellung und Rötung und manchmal sogar Fieber. Ohne adäquate Behandlung kann es zu einer chronischen Entzündungsreaktion und somit zur langsamen und schmerzhaften Gelenkszerstörung kommen. Es können sämtliche Gelenke und umgebende Strukturen betroffen sein. Meist ist zu Beginn das Großzehengrundgelenk befallen. Bei chronischen Verläufen bilden sich oft sogenannte Gichttophi, Ansammlungen von Gichtkristallen, unter der Haut, welche mitunter eine beträchtliche Größe erreichen und zu Druckproblemen führen können.

Risikofaktoren stellen zum einen eine genetische Neigung und zum anderen Lebensstilfaktoren – die Ernährung mit purinreichen Lebensmitteln und Alkoholkonsum (rotes Fleisch, Innereien, Hülsenfrüchte wie Bohnen und Linsen, Bier, Spirituosen) dar. Auch eine exzessive sportliche Belastung kann jedoch zu einem Gichtanfall führen.

Bei wiederholt erhöhten Harnsäurespiegeln ist neben der Ernährungsumstellung die langfristige Einnahme von entsprechenden Medikamenten (urikostatische Therapie, z.B. Allopurinol) erforderlich. Im Anfall sollte diese pausiert und durch entzüdungshemmende Medikamente (NSAR, Colchicin) ersetzt werden.

Bei lang andauerndem Krankheitsverlauf kann es zu einem Hervortreten der Gichtkristalle durch die Haut kommen. Hier ist sodann regelmäßiges Wundmanagement notwendig, um die oft hartnäckigen Wunden zur Abheilung zu bringen. Selten werden die Gichttophi chirurgisch entfernt, meist an funktionsbeeinträchtigenden und besonders störenden Regionen wie an Händen und Füßen.